Ob Rückzug vor dem Unbekannten oder lauter Wutausbruch: Angst und Aggression gehören zu den am stärksten tabuisierten und abgewerteten Gefühlen im pädagogischen Alltag. Sätze wie „Du brauchst doch keine Angst haben!“ oder die schnelle Stigmatisierung herausfordernden Verhaltens als „Problemkind“ zeigen, wie schwer der konstruktive Umgang mit diesen Grundaffekten fällt. Dabei sind beide Reaktionen lebensnotwendige Schutz-, Abgrenzungs- und Alarmsignale des Organismus.
Kinder davor bewahren oder ihre Reaktionen unterdrücken zu wollen, schwächt Selbstwert und Resilienz. Sie brauchen vielmehr verlässliche Erwachsene, die diese Gefühle aushalten, feinfühlig begleiten und in sozialverträgliche Bahnen lenken. Diese Fortbildung beleuchtet die neurobiologischen und entwicklungspsychologischen Ursachen beider Gefühlsdynamiken, zieht klare Grenzen zwischen gesunder Aggression und Gewalt und vermittelt konkretes Handwerkszeug für Ko-Regulation, Elternarbeit und professionelle Selbstsorge.